Monatliches Archiv:März 2014

Rostige Rohre und keine Rettung

– zwei Beiträge des WDR hier verlinkt WDR Markt (Video): Rohrleitungen: Mangelhafter Zustand WDR Studio Essen: Zu wenig Überdruckkammern in NRW Zitat: Weit mehr als 3.000 schwere Rauchgasvergiftungen gebe es pro Jahr, schätzt der Vorsitzende vom Verband Deutscher Druckkammerzentren Christian Heiden. Verlässlich einsatzbereit seien im Notfall lediglich die Kammern in Wiesbaden, Berlin, Halle und Murnau – und nicht neun Kammern, wie vom NRW-Gesundheitsministerium angegeben, meint Heiden. Zitat: Gesundheitsministerium hält Anzahl der Druckkammern für ausreichend Außerdem sei die HBO-Therapie nicht die einzige Möglichkeit Rauchgasvergiftungen zu behandeln. “Daher ist die Notfallversorgung gesichert, auch wenn die Kammer nicht zur Verfügung steht oder beispielsweise aufgrund von Entfernungen oder anderen widrigen Umständen nicht erreicht werden kann”, argumentiert das Ministerium. Schon für die “normalen Opfer” reichen die Druckkammern vorne und hinten nicht aus! Und was ist wenn die CO-Pipeline bricht und hunderte der Hilfe bedürfen – sofern man sie überhaupt aus der Gefahrenzone bringen kann? Auch das wird die Gesundheitsministerin in NRW nicht belasten – ihr wichtigstes Ziel hat ja erreicht…

Fernsehtipp des Tages

10.02.2014 ab 21:00 Uhr – WDR Markt – u.A. Rohrleitungen: Mangelhafter Zustand Uralte, verrostete Pipelines, durch die Kohlenmonoxid und andere lebensgefährliche Stoffe fließen – kaum zu glauben, aber das ist Realität in NRW. Die Betreiber, große Chemiefirmen wie Bayer, weigern sich häufig, Abhilfe zu schaffen. Und die Behörden beschwichtigen: Alles sei sicher. Wirklich?

Indianerstamm CO nix erstmalig gesichtet

– in Hilden. Rosenmontag hat der Stamm der COnix sein Reservat verlassen. In Hilden informierten sie alle Jecken und Nicht-Jecken über ihr Ziel: Weg, weg, weg mit der Pipeline – weg mit der CO-Pipeline Wie gut, dass unser Fotograf in geheimer Mission unterwegs war und uns diese tollen Bilder übermittelt hat. Wir sagen: weiterkämpfen ihr vom Stamme der COnix bis das Ziel erreicht ist.

Kein Atomprogramm in Tschechien!

Tschechien hat ein neues Energiekonzept entwickelt und plant einen drastischen Ausbau der Atomkraft statt erneuerbarer Energien als Ersatz für die Kohle. Derzeit haben alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland die Möglichkeit, gegen das Energiekonzept im Rahmen des grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfverfahrens (SUP) Stellung zu beziehen. Bis zum 18. März können auch in deutscher Sprache Einwendungen erhoben werden. Einwendung auch online möglich. Weitere Infos und Mustereinwendung finden Sie beim Umweltinstitut München e.V.

PM BUND: Naturschutzverbände kritisieren Entwurf des Landesentwicklungsplans

Defizite beim Klima- und Freiraumschutz und dem Erhalt der Biodiversität>/strong> Düsseldorf, 28.02.2014 | Die nordrhein-westfälischen Natur- und Umweltschutzverbände haben heute bei der Landesregierung eine gemeinsame Stellungnahme zum Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP) eingereicht. Darin sparen der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und der Naturschutzbund Deutschland (BUND) nicht mit Kritik. Insgesamt werde das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern, deutlich verfehlt. Nach Ansicht der Verbände mangelt es dem Entwurf in vielen Bereichen an Zielgenauigkeit und Regelungsdichte. Nur an wenigen Stellen treffe der LEP die notwendigen verbindlichen Vorgaben für die Regionalplanung. So werde zum Beispiel an der Nutzung fossiler Energieträger festgehalten, ohne eine aus Gründen des Klimaschutzes überfällige Ausstiegsperspektive aus der Gewinnung und Nutzung fossiler Energieträger aufzuzeigen. “Der LEP-Entwurf ist in sich unschlüssig”, kritisiert der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. “Obwohl dem Klimaschutz zu Recht ein hoher Stellenwert eingeräumt wird, fehlen entsprechende räumliche Festlegungen. Im Gegenteil: Die Landesregierung will die landesplanerische Steuerung von fossilen Großkraftwerken aufgeben und erleichtert die umstrittene Fracking-Technologie zur Förderung von Gas aus unkonventionellen Lagerstätten. So werden die Ziele zur CO2-Minderung unterlaufen und der Umstieg auf erneuerbare Energien blockiert.” Der BUND vermisst nicht nur eine zeitliche Zielvorgabe zum Ausstieg aus der Braunkohle, sondern auch Vorgaben für eine bessere regionale Steuerung des Windkraftausbaus. Um die Kommunen vor Ort nicht zu überfordern, müssten Bereiche für Windkraftnutzung abschließend in den Regionalplänen ausgewiesen werden. Positiv sehen die Naturschutzverbände das Ziel der Landesregierung, das tägliche Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis 2020 auf 5 Hektar und langfristig auf “Netto-Null” zu reduzieren. “Das 5-Hektar-Ziel muss aber dringend konkretisiert werden”, fordert Mark vom Hofe, Landesvorsitzender der LNU. “Siedlungsflächenreserven ohne Bedarfsnachweis müssen zurückgenommen, die Wiedernutzung von Brachflächen und ehemals militärisch genutzter Bereiche als Ziel verankert werden. Die Standorte für flächenintensive Großvorhaben sind zu streichen, ebenso wie interkommunale Gewerbegebiete inmitten des Freiraums.” Darüber hinaus müssten neue Gewerbeflächen an die Voraussetzung eines vorhandenen oder verbindlich geplanten Bahnanschlusses gekoppelt werden. Deutliche Defizite sehen die Naturschutzverbände auch im Bereich des Naturschutzes und des Biotopverbundes. Die Landesregierung habe es versäumt, die erforderlichen naturschutzfachlichen Grundlagen mit in die Landesplanung einfließen zu lassen. “Die Möglichkeiten zum Schutz der Biodiversität werden nicht ausgeschöpft”, mahnt der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck. “Es fehlen klare Vorgaben für Gebiete zur Sicherung der biologischen Vielfalt und zum Artenschutz. Dabei bleibt die Landesregierung teilweise hinter den Regelungen des LEP aus 1995 zurück.” Ambitionierte raumplanerische Vorgaben für mehr Gewässer- und Auenschutz seien ebenso Mangelware wie konkrete Ziele zur Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft. BUND, LNU und NABU fordern die Landesregierung auf, den Entwurf des Landesentwicklungsplans grundlegend nachzubessern. Die Chance, mit anspruchsvollen landesplanerischen Vorgaben für die nächsten 20 Jahre zu einer Versöhnung von Ökologie und Ökologie beizutragen, dürfe nicht versäumt werden.