Monatliches Archiv:September 2010

Baustopp und langwieriges Verfahren

– Bayer-Probleme immer größer Zunehmend Gegenwind bekommt Bayer in Sachen CO-Pipeline zu spüren. Einen Weiterbau an den schadhaften Rohrabschnitten wird es erst geben, wenn alle technischen Fragen restlos aufgeklärt sind. Dies machte Umweltminister Johannes Remmel in der Sitzung des Umweltausschusses deutlich und unterstrich damit den Kurswechsel der neuen Landesregierung. Damit wird es kein eigenmächtiges Vorpreschen von Bayer mehr geben, mit dem die Genehmigungsbehörden in der Vergangenheit schon mehrfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurden man wolle sich durch Vorpreschen von Bayer “nicht in die falsche Richtung schicken lassen”. Der Umweltminister kündigte an, dass die zahlreichen gravierenden Abweichungen von der Genehmigung nun vermutlich in einem neuen Planfeststellungsverfahren geprüft werden. Das wird zu weiteren Verzögerungen für Bayer führen und eine Inbetriebnahme über Jahre unmöglich werden lassen. Einen Weg aus der für Bayer misslichen Lage wies der Umweltminister mit einem Hinweis auf den Koalitionsvertrag: der sieht einen Dialog zwischen allen Beteiligten über die Alternative einer Modernisierung der vorhandenen Produktion vor Ort in Uerdingen vor.

Presseschau zum Bau-Stopp für die CO-Pipeline

Na endlich mal – Bau-Stopp – nicht klammheimlich sondern öffentlich! Da kann jetzt jeder kontrollieren, ob Bayer sich auch an die Vorgaben der Bezirksregierung hält… Das soll es der Sage nach auch unter Büssow schon gegeben haben – aber keiner hats gewußt, keiner konnte kontrollieren. Jetzt springen auch die Medien drauf an – hier unsere Presselinks: WZ Titelseite: Rohre defekt: Baustopp für CO-Pipeline Welt online: Bau der CO-Pipeline vorerst gestoppt Express: Giftröhre gestoppt! WDR Lokalzeit (Video): Baustopp bei der CO-Pipeline RP: Baustopp verhängt: Streit um CO-Pipeline WE = ex NRZ: CO-Pipeline: Offene Fragen stoppen Bau Nur Chemie.de kennt die Pressemitteilung der BezReg nicht und berichtet ausschließlich über PM vom Bayer-Presseserver – wundert sich da jemand? chemie.de: Bayer prüft Isolierung der CO-Pipeline … ganz planmäßig wird zack schon fast 3 Jahre zu spät der Korrosionsschutz geprüft… Siehe auch Meldung muthilden 01.09.2010

Bayer–Meldung bestätigt 3 Jahre Unzuverlässigkeit an der CO-Pipeline

Wieder einmal musste Bayer in einer Pressemitteilung weitere Mängel an der CO-Pipeline zugeben. Bei den vielen kleinen und neuerlich auch großen Baustellen war das auch nicht mehr zu übersehen. Wenn man die Bayer-Meldung glauben will, soll das normales Geschäft sein. Arbeiten Bayer und die von Bayer beauftragten Firmen immer so dilettantisch oder nur an der CO-Pipeline, wo extrem giftiges Gas nur wenige Meter an Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und an den Gärten der Anwohner auf Wunsch von Bayer schon längst fließen sollte? Jetzt werden Fehler an Rohren offenkundig, die vor drei Jahren verbaut wurden. Doch Bayer operiert wieder nur mit Schlagworten wie “Garantienaht”, “vom TÜV überwacht” und dass “ein besonderes Prüfprogramm die Stressdruckprüfung ersetzt”. Und nicht genug damit: bei einem Fototermin an der Baustelle in Langenfeld – an der Güterbahnstrecke – wurde extra ein Sicherheitsingenieur in Bewegung gesetzt, der versuchte einen Bildbericht von der Baustelle massiv zu behindern. Er “drohte” sogar, die Bahnpolizei gegen mich und die Bildreporterin einzusetzen und drängte sich immer wieder ins Bild, um Fotos von der Baustelle zu verhindern. Letztlich musste er doch klein beigeben und konnte die aufklärenden Bilder nicht verhindern. Aber was haben Bayer oder die dort tätigen Firmen eigentlich zu verbergen? Drei Fakten zu den Schlagworten: 1. Bei der Anhörung im Umweltausschuss hatte Bayer noch die finale Stressdruckprüfung als das non plus ultra der Sicherheitsüberprüfung angepriesen jetzt soll diese “ersetzt” werden. 2. Die jetzt wieder reklamierte TÜV – Überprüfung wurde Bayer vom Verwaltungsgericht um die Ohren gehauen, weil der TÜV-Vertreter sich mit dem Ausspruch “Wir bauen sicher” als parteiischer Gutachter diskreditiert hatte. 3. Bei der sogenannten “Garantienaht” muss es sich doch an einer Baustelle schon um mehrere Schweißnähte handeln. Denn die beigefügten Bilder zeigen deutlich, dass zumindest an der Westseite des Austauschrohres ein Rohrstück eingefügt werden muss und dies bedingt zwingend zwei neue Schweißnähte. Auch auf der Ostseite ist zumindest eine Schweißnaht nötig. Fazit: Mit Nebelkerzen und Behinderungstaktik sollen mittlerweile 3 Jahre Unzuverlässigkeit von Bayer vertuscht werden offene Information und Kommunikation sieht anders aus.