Monatliches Archiv:Juni 2007

Pressemitteilung BA: “CO-Pipeline – Hildener wird enteignet”

Hildener wird enteignet – Grundbesitz an Teilflächen “vorzeitig dauerhaft” entzogen Udo Weinrich, Vorsitzender der Wählergemeinschaft “Bürgeraktion Hilden (BA), teilt mit, dass die Bezirksregierung bereits mindestens einem Bürger der Stadt einen “Besitzeinweisungsbeschluss” zugestellt hat. Er nimmt dieses zum Anlass, um Folgendes zu erklären: Mit Schreiben vom 13.06.2007 hat die Bezirksregierung als “Enteignungsbehörde” mitgeteilt, dass sie entschieden habe, einem von der Stadt nicht unterstützten Hildener Grundeigentümer “vorzeitig und dauerhaft” den Besitz an drei Teilflächen aus seinen Grundstücken zu entziehen – zugunsten der Bayer MaterialScience AG. Für diese “Besitzeinweisung” in rd. 855 qm soll der Grundstückseigentümer rd. 2.500 EUR erhalten. Von der Bezirksregierung ist die “sofortige Vollziehung dieses Beschlusses” angeordnet worden. Die Bezirksregierung gibt offen zu, dass sie wirtschaftliche Interessen höher bewertet als den Rechtsweg der Betroffenen. Würde man abwarten, bis ein Enteignungsverfahren einschließlich zu erwartender Rechtsbehelfe erfolgreich durchgeführt worden wäre, “würde sich der Bau- und Betriebsbeginn unerträglich verzögern”, so die Bezirksregierung in den Gründen für ihre Entscheidung. Bereits seit 2005 kämpft dieser Hildener Grundstückseigentümer allein auf weiter Flur gegen die Enteignung und damit gegen die CO-Pipeline – ohne jede Unterstützung durch die Stadt! Während im Rathaus die Kritik an der Pipeline erst mit der Zahl der Unterschriften unter einen Aufruf zum Baustopp laut geworden ist, hat dieser Hildener Bürger von Anfang an keinen Zweifel an seinem grundsätzlichen Nein zur Nutzung seines Grundstücks für die CO-Pipeline gelassen. Versuche, ihn durch eine höhere Entschädigung zu erweichen, sind erfolglos geblieben. Die “Bürgeraktion Hilden” fordert den Bürgermeister auf, in diesem Verfahren endlich Partei zu ergreifen und jeden Hildener zu unterstützen, der sich gegen die enteignungsgleiche Besitzeinweisung wehrt. Da die Bezirksregierung durch Anordnung der sofortigen Vollziehung ihrer Entscheidung den Rechtsweg unterhöhlt, erwartet die BA vom Bürgermeister, dass er sich tatkräftig für Leib und Leben seiner Bürger einsetzt. Das schließt auch Solidaritätsaktionen mit betroffenen Grundstückseigentümern ein.

Protest gegen die CO-Pipeline

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YouTube – CO-Pipeline bei Center.TV

Bei YouTube ist ab sofort ein Live-Mitschnitt der Center.TV Sendung vom 05.06.2007 zu sehen: Bayer baut eine 67 km lange Kohlenmonoxid-Pipeline zwischen Dormagen und Uerdingen. Die Giftgas-Pipeline führt durch dichtbesiedeltes Wohngebiet im Kreis Mettmann. Kohlenmonoxid ist farblos, geruchlos, extrem giftig und hochexplosiv. Was sagt Bayer? Was sagen Pipeline-Gegner? Hier ist der Link (öffnet in neuem Fenster): YouTube – Kohlenmonoxid-Pipeline bei Center.TV

Wissenswertes über Kohlenmonoxid, 10. Folge

Betrug mit Kohlenmonoxid? Nicht nur im Sport, auch bei Lebensmitteln kann man mit roten Blutkörperchen betrügen. Dies zeigt sich beim Vergleich zweier Blutproben: Dunkelrote Farbe des Blutes ist ein Zeichen dafür, das nicht viel Sauerstoff an die roten Blutplättchen gebunden ist. Hellrotes Blut zeigt an, dass es gut mit Sauerstoff versorgt ist. Statt mit Sauerstoff könnte man die Blutprobe ebenso gut mit Kohlenmonoxid (CO) versetzen – der Effekt wäre der gleiche. Kohlenmonoxid hat jedoch den Vorteil, dass es länger als Sauerstoff an den Blutkörperchen haften bleibt. Genau das machen sich skrupellose Lebensmittelhersteller zunutze: Frischer Thunfisch, der seit dem Sushi-Boom der letzten Jahre recht beliebt ist, hat von Natur aus eine rote Farbe. Da sich der Thunfisch aber, je älter er wird, allmählich grau-bräunlich färbt, begast man ihn mit CO. Das Kohlenmonoxid geht eine stabile Bindung mit dem im Muskelfleisch enthaltenen Myoglobin ein, und so zeigt selbst verdorbener Fisch eine appetitlich rote Farbe, die dem Verbraucher Frische vortäuscht. Diese Kohlenmonoxid-Behandlung ist zwar weltweit verboten, doch der so genannte “gereinigte Rauch”, der ebenfalls Kohlenmonoxid enthält, erzielt die gleiche Wirkung – bisher völlig legal. Quelle: ZDF – Experimente mit Sauerstoff

Ratinger Wochenblatt: Bürgermeister Birkenkamp will durch alle Instanzen gehen

Gutachten eines Professors gibt dem Widerstand der Stadt Rückenwind “Hohe Risiken verbieten Betrieb der CO-Pipeline” Ratingen. In Hilden gingen mehr als 2000 Bürger auf die Straße, um gegen die Bayer AG und die Bezirksregierung zu protestieren. In Ratingen vollzieht sich der Kampf gegen die geplante Kohlenmonoxid-Pipeline quer durchs Stadtgebiet eher hinter den Kulissen. Dort aber entwickelt sich der Fall zu einem echten Wirtschaftskrimi. An zwei Fronten geht die Stadt Ratingen gerichtlich gegen die Giftröhre vor. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts im wichtigen Eilverfahren gegen die “vorläufige Besitzeinweisung” erwartet man im städtischen Rechtsamt täglich. Dieses Verfahren, in dem sich die Stadt Ratingen gegen die Enteignung eigener Grundstücke zum Pipeline-Bau wehrt, verspricht mehr Erfolg als die Grundsatzklage gegen den Planfeststellungsbeschluss, die Ratingen ebenso wie die Stadt Monheim und mehrere Anwohner angestrengt hat. Die Röhre soll Kohlenmonoxid (CO) über 67 Kilometer zwischen den Bayer-Chemieparks in Dormagen und Uerdingen transportieren. Städte und Anwohner halten das für viel zu gefährlich und werden in ihrer Auffassung durch das Gutachten eines Professors für Verfahrenstechnik bestätigt, das im Auftrag der Stadt Monheim erstellt wurde. Hier gehts zum kompletten Artikel des Ratinger Wochenblatts.