Monatliches Archiv:Mai 2007

Bürgerantrag übergeben, Stadtrat entscheidet

Im Rahmen der RP Bürgerinformation zur Bayer-Pipeline übergab Horst Ferber, Vorsitzender der Siedlungsgemeinschaft Lehmkuhler Weg, am 29.5. einen Bürgerantrag an Bürgermeister Günter Scheib. Darin wird beantragt, dass die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten gegen den Bau der Kohlenmonoxid Pipeline prüfen solle. Über den Bürgerantrag wird im Stadtrat am 13.6. in öffentlicher Sitzung entschieden.

Verlauf der Kohlenmonoxid Pipeline

Umfangreiche Informationen zu Kohlenmonoxid sowie zum Verlauf der Pipeline durch Hilden findet man auf der Homepage von Klaus de Leuw. Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen Bayer das bekannteste Medikament des Unternehmens, das Schmerzmittel Aspirin. Die Kohlenmonoxid-Pipeline hat das Zeug, diesen Bekanntheitgrad zu steigern. Denkt man demnächst an Bayer, wenn das Wort “Kohlenmonoxid” fällt? Oder ist Aspirin insgeheim schon Teil des Notfallkonzepts? Bayer hat speziell zu diesem kritischen Projekt eine Pipeline-Homepage eingerichtet, um selbst aktiv aufzuklären und um das eigene Image aufzupolieren. Den geplanten Trassenverlauf durch den Kreis Mettmann finden Sie hier.

Moment mal!! Bürgerinfo zur CO-Pipeline

“Grösstenteils harmlos und unglaublich sicher…”. So könnte man zusammenfassen, was Projektleiter Werner Breuer von Bayer Material Sciences zur CO-Pipeline zu verkünden hatte. Die ungefähr 500 anwesenden Interessierten Bürger zeigten indessen, dass sie am 29.05.2007 gut vorbereitet zur Bürgerinformation der Rheinischen Post gekommen waren. Ein Anwesender verwehrte sich vehement dagegen, für Bayer das “chemische Versuchskaninchen” zu spielen. Die Bayer-Information, das Kohlenmonoxid “sehr träge” mit Metall reagiere und die Metallrohre der Pipeline somit korrosionsfrei seien, wurde aus dem Publikum mit viel Fachkenntnis widerlegt.

Pressemitteilung BA: Monheims Bürgermeister einladen!

Keine “kritische Stimme” bei RP-Infoveranstaltung Die “Bürgeraktion Hilden” (BA) begrüßt die Initiative der RP-Hilden, Bürgerinnen und Bürger zum Thema “CO-Pipeline” für den 29.05.2007, 19 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung ins “Helmholtz-Gymnasium”, Holterhöfchen, einzuladen. Die BA bezweifelt aber, dass es aufgrund der einseitigen Besetzung der Podiumsteilnehmer zu einer echten Diskussion kommt: “Wir wollen keine Alibi-Veranstaltung der Bayer AG, sondern auch kompetente Kritiker des Projektes hören”, erklärt BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen. “Es reicht nicht, wenn nur der Nutznießer dieser Pipeline und die Verwaltungsleute, die das Raumordungs- und Planfeststellungsverfahren seit 2004 einfach nur begleitet haben, am Tisch sitzen und sich wechselseitig bescheinigen, keine Fehler gemacht zu haben.”, ergänzt der BA-Vorsitzender Udo Weinrich. Denn während in Hilden die Gefahr der Kohlenmonoxid-Leitung bisher verharmlost und kaum diskutiert wurde, warnt zum Beispiel Monheims Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim vor einem breiten “Todesstreifen” entlang der Trasse. Die BA schlägt deshalb vor, mit Dr. Dünchheim auch eine kritische Stimme für das Podium einzuladen. “Ein Gutachten des Kreises rechnet vor, dass kreisweit über 140.000 Menschen betroffen sind. Dieses Gutachten wollte der Landrat nicht einmal dem UWG-Kreistagsabgeordneten Harald Degner zur Verfügung stellen”, ärgert sich Ludger Reffgen, Fraktionsvorsitzender der BA. “Wir brauchen echte Informationen, Transparenz und kritische Fragen – eine reine Werbeveranstaltung von Bayer hilft uns nicht weiter”, so Reffgen.

Hildener solidarisieren sich mit Pipeline-Betroffenen

Das Ergebnis des Info-Stand und der Unterschriften Sammlung ist überwältigend. Die Zahl der jetzt bei Horst Ferber – Vorsitzender der Familiensiedlung am Lehmkuhler Weg – vorliegenden Unterschriften ist exakt 5344 ( Stand: Samstag 26.05.2007, 17.00 Uhr). Da sich auch noch viele Listen im Umlauf befinden und sich auch etliche Besucher des Info-Standes Listen zum Weitersammeln mitgenommen haben, dürfte die aktuelle Zahl sich mittlerweile eher in Richtung 6000 bewegen. Die Diskussionen am Info-Stand zeigten, dass die Unterstützer häufig nicht wegen eigener Betroffenheit, sondern auch aus Solidarität und Sorge um Angehörige, Freunde und Bekannte ihre Unterschrift leisteten. &nbsp &nbsp

RP vom 26.05.2007: Heute werden Unterschriften gegen Leitung gesammelt

(RP) Zusammen mit der Bürgerinitiative Mut werden heute mehrere Organisationen auf dem Alten Markt Unterschriften gegen die von Bayer geplante Kohlenmonoxid-Pipeline sammeln. Von 10 bis 14 Uhr stehen dort Vertreter von Mut, der Umweltschutzorganisation BUND sowie der Parteien CDU, Grüne und BA. Am Mut-Stand wird eine Karte des geplanten Pipeline-Verlaufs in Plakatgröße hängen. Die Organisatoren der Unterschriftenaktion informieren über die Bayer-Leitung und geben Einblicke in wichtige Sicherheitsgutachten. An den Ständen können Bürger für einen Bau-Stopp unterschreiben und schon volle Unterschriftenlisten abgeben. “Neue Listen gibt es unter anderem auf unserer Internet-Seite. Bislang wurde die Datei rund 150 Mal heruntergeladen”, informierte Mut-Vorsitzende Ursula Probst.

Wissenswertes über Kohlenmonoxid, 7. Folge

Kohlenstoffmonoxid ist ein giftiges und heimtückisches Gas, da es keinen Geruch besitzt und auch keine Atemnot auslöst. Eine akute Vergiftung äußert sich zuerst in Euphorie und Gleichgültigkeit, dann folgen Kopfschmerzen, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Tod. Die Giftwirkung des Gases beruht auf einer chemischen Reaktion mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, so dass der Sauerstofftransport im Blut gestört wird. Eine Konzentration von 0,1 Volumenprozent in der Atemluft wirkt nach längerem Einatmen tödlich. Selbst das Einatmen von geringen Dosen (0,01%) führt langfristig zu chronischen Erkrankungen an Herz und Nerven. Diese Gefahr besteht vor allem in dicht besiedelten Gebieten, wie z.B. in Hilden. (Fortsetzung folgt…)

Alte Liebe – Kress (MdL, CDU) und BAYER sind sich einig

Der NRW-Landtagsabgeordnete und frühere Angestellte des Bayer-Konzerns Karl Kress scheint sich auch im Ruhestand seinem alten Arbeitgeber höchst verbunden zu fühlen. Er befürwortet die umstrittene Verbrennung von australischem Giftmüll in Anlagen des Bayer- Konzerns ebenso wie den Bau einer Kohlenmonoxid-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen. Wachgerüttelt durch die öffentliche Diskussion um die Bayer-Risiko-Pipeline schickt die NRW-CDU Ihren Chemie-Experten vor: “Alle sicherheitsrelevanten Vorgaben wurden berücksichtigt oder sogar übererfüllt”, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Kress zu dem geplanten Bau der “Bayer-Kohlenmonoxid-Pipeline” und den in der Öffentlichkeit geäußerten Sicherheitsbedenken und hält die Bayer-Kohlenmonoxid-Pipeline für bedenkenlos sicher. “Viel sicherer kann man eine Leitung nicht verlegen.” stellt er abschließend auf den Webseiten der NRW-CDU (Meldung vom 16.05.2007) und seiner privaten Homepage fest. Dabei sollte er es besser wissen: Karl Kress sitzt seit 2000 im Nordrhein-Westfälischen Landtag und ist schon seit 30 Jahren auf kommunaler Ebene, etwa im Kreistag der Stadt Dormagen, für die CDU politisch aktiv. Hauptberuflich war er sein ganzes Leben bei der Bayer AG tätig, er absolvierte dort eine Ausbildung und war bis 2002 Laborleiter. Seit 2002 ist er in Altersteilzeit. Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V kritisiert scharf: “Karl Kress tritt in der Öffentlichkeit als unabhängiger, nur seinem Gewissen verpflichteter Abgeordneter auf. Tatsächlich setzt er sich im Landtag aber nicht für das Allgemeinwohl, sondern für die Interessen seines langjährigen Arbeitgebers ein. Ein klarer Verstoß demokratischer Prinzipien.” Quellen: Google lobby+cdu+bayer Lobbycontrol Nachtrag vom 24.05.2007, 8:30 Uhr: Ein Leser macht uns darauf aufmerksam, dass die private Homepage von Herrn Kress nicht erreichbar ist. Dort wird ab sofort folgender Hinweis angezeigt:”Diese Präsenz ist leider nicht verfügbar.”Pech gehabt, denn leider hat Google die Seiten noch in seinem Cache-Speicher…

Stadt Langenfeld informiert über die Bayer-CO-Pipeline

Nun also doch: Die Stadtverwaltung Langenfeld lädt die Bürger für Donnerstag, 31.Mai, zu einer Informationsveranstaltung über die Bayer-Kohlenmonoxid-Leitung, die auch über Langenfelder Gebiet verlaufen soll, ein. Sie findet um 20:00 Uhr mit Vertretern der Bezirksregierung und des Kreises Mettmann im Sitzungssaal 187 des Rathauses statt. Quelle: WZ vom 19.05.2007

taz 10.05.07 – Erkrath schaut in die Röhren

Auch die überregionale Presse nimmt sich des Themas “Kohlenmonoxid” bzw. der Bayer-Pipeline an.So veröffentlichte die Tageszeitung einen Artikel mit der Überschrift “Erkrath schaut in die Röhren”:”Im Neandertal sollen drei neue Chemie-Pipelines verlegt werden: Sie sollen Erdgas, Propylen und Kohlenmonoxid transportieren. Die Anwohner fürchten einen Unfall. Laut einer Studie wären bei einem Vollbruch 5.000 Menschen gefährdet…” Hier gehts zum Artikel…