Monatliches Archiv:Juli 2005

Giesenheide –

Es ist eingetreten, was viele Bürger mit ihren Einwendungen vorgebracht haben. Es bestand und es besteht immer noch kein Bedarf! Aber das wollte ja keiner glauben. Denken wir zurück. Was wurde nicht alles versprochen: keine Spedition, nur für Hildener Firmen, kein Verkauf zur Vermietung, 2000 neue Arbeitsplätze, es wird kein Baum dafür gefällt… Was wurde gemacht? Die Einwendungen der Bürger ignoriert, für einen Meßpunkt eine Eiche mit Stammdurchmesser von über einem Meter gefällt, die Planung zielgerichtet für eine Spedition voran getrieben. Als die nicht mehr wollte oder konnte (aufgekauft), sollten Miet-Büro-Bauten entstehen (Calliston). Auch hier : kein Bedarf. Bleibt festzuhalten: und der Bürger hat doch recht! Aber dafür kann er noch lange nicht klagen vor dem OVG – dazu muss man schon direkt betroffen sein! Auch ADFC, BUND und MUT konnten nicht klagen… leider. Statt Großveranstaltung könnte MUT Sonnenblumen in der Giesenheide anbieten.

RP vom 27.07.05: Warten auf die Juwelen

Analyse: Gewerbegebiet Giesenheide soll nicht im Hau-Ruck-Verfahren vermarktet werden. Von außen betrachtet, scheint das Gebiet im Dornröschenschlaf zu sein. VON MONIKA SALCHERT HILDEN Im nächsten Jahr werden es zehn Jahre: So lange beschäftigt die Giesenheide die Gemüter in der Stadt. Mindestens. 1996 begann die Stadt Hilden offiziell mit den Planungen zum Gebiet Giesenheide. Am 21. Dezember 1995 fasste der Rat den entsprechenden Grundsatzbeschluss. Einen Kuchen mit zehn Kerzen zum Geburtstag wird es aber aller Voraussicht nach nicht geben. Zu kontrovers ist das Thema in all den Jahren diskutiert worden. Die Bürgerinitiative “MUT” (Mit uns nicht) lief Sturm gegen den Plan. Gemeinsam mit dem BUND und dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) war sogar zunächst Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht worden, die später aber wieder zurückgezogen wurde. Auch die kleineren Fraktionen FDP, Bürgeraktion und Unabhängige waren stets gegen ein Gewerbegebiet Giesenheide. Später auch die Grünen, die sich zunächst wie CDU und SPD dafür ausgesprochen hatten. Während Bürgeraktion und Unabhängige zu keinem Zeitpunkt einen Bedarf für ein weiteres Gewerbegebiet sahen, wollte die FDP zunächst alle übrigen Flächen in der Stadt erschöpft wissen, ehe sie grünes Licht für die Giesenheide geben wollte. Inzwischen ist die erste Hälfte des als Gewerbegebiet Nord ausgewiesenen, 105000 Quadratmeter großen Areals erschlossen, wie Hans-Joachim Kurowsky, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, jetzt auf Anfrage bestätigte. Der erste Mieter fehlt indes noch. Das Gelände werde stark nachgefragt, heißt es von Seiten der Stadt. Erste Vermarktungsgespräche würden geführt. Keine Autohäuser Das muss stimmen. Hat sich doch Wirtschaftsdezernent Norbert Danscheidt vor fast genau einem Jahr gegenüber unserer Leitung ähnlich geäußert. Davon, dass die Giesenheide scheinbar in seligem Schlummer liege, wie unlängst RP-Leser im Gespräch mit der RP vermuteten, könne laut Kurowsky keine Rede sein. Aber 98 Prozent der interessierten Unternehmen kämen überhaupt nicht in Frage. So will es ein Ratsbeschluss. Der besagt, dass nur Firmen in die Giesenheide dürfen, die 15 neue Arbeitsplätze umgerechnet auf 1000 Quadratmeter Fläche schaffen. Damit fallen Autohäuser und Speditionen mit ihren großen Lagerhäusern und Verkaufsräumen durch das Raster. Die Stadt ist über den Status quo, sprich die derzeitige Leere in der Giesenheide gar nicht betrübt. Es sei nie Ziel gewesen, das Gebiet im Hau-Ruck-Verfahren zu belegen. In das letzte zusammenhängende Gewerbegebiet in Hilden sollen Betriebe einziehen, die langfristig positive Impulse für die heimische Wirtschaft setzen. Um für die Juwelen das Feld zu bestellen, wird auf den schnellen Euro verzichtet. Geht die Rechnung auf, ist es in der Tat eine Investition in die Zukunft. Mit einem nachhaltig hohen Steueraufkommen. Aber erst einmal müssen die Kandidaten gefunden werden. Dafür haben sich die Verantwortlichen fünf bis zehn Jahre Zeit gegeben. Klappt das nicht, bleibt als schwacher Trost, dass Hilden mit der Giesenheide über einen erstklassigen Open-Air-Veranstaltungsort verfügt. Aber selbst bei der Sparkasse steht das nächste große Jubiläum erst in 50 Jahren an. Zu ihrem 150. Geburtstag traten ja die “Höhner” in der Giesenheide auf. Aber die sind in 50 Jahren auch in Rente.

Pressemitteilung der BA: Erst Hausaufgaben am Bahnhof erledigen!

Abriss der Stadtsparkasse kann warten Anlässlich der jetzt bekannt gewordenen Absicht der Stadt, den Bereich zwischen Stadtspar¬kasse und Rathaus-Center neu zu ordnen, rät Udo Weinrich, stellv. Fraktionsvorsitzender der “Bürgeraktion Hilden”, dazu, zuerst die Hausaufgaben zu lösen: “Wir brauchen Lösungen für den Bahnhof und für das Steinhäuser-Center”, kommentiert der stellv. BA-Fraktionschef Weinrich die Gerüchte um einen bevorstehenden Abriss der Stadtsparkasse in der Mittelstraße. Erst wenn diese “Hausaufgaben” gelöst worden seien, könne man über weitere Schritte in der Innenstadtplanung nachdenken. Mancher, der jetzt jubele, lenke offensichtlich von anderen Problemen ab, deren Lösung er “nach Kräften” verhindet habe. Wichtiger als die monatelange Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit in der Fußgängerzone durch Abriss und Neubau sei es aber, am Bahnhof zu einer städtebaulich verträglichen Lösung zu kom¬men. Dass diese auch öffentliche Mittel erfordere, sei der BA von Anfang an klar gewesen. Ge-bremst hätten CDU, SPD und Verwaltung. Die jetzt von der Stadt angestellte Überlegung, Ratsfraktionen als “Ankermieter” im Bahnhof unterzubringen, sei “unausgegoren”. Vielmehr müsse der Bahnhof den Bürgerinnen und Bür¬gern zur Nutzung “zurückgegeben werden”. Der stellv. BA-Fraktionschef rät dazu, mithilfe städ¬tischer Gesellschaften wie der WGH, der IGH und der Grundstücksgesellschaft der Stadtwerke nach einer Lösung zu suchen. Dafür könne als “freie Spitze” der um 1,2 Mio. EURO höher als veranschlagt ausgefallene Gewinn der Stadtwerke eingesetzt werden.

Hoffnung für den Bahnhof?

Fraktionen als Anker NRZ vom 15.07.2005 BAHNHOF / Im Ältestenrat ging es um eine neue Variante städtischer Subventionierung für das Gebäude: Die Büros der Ratsfraktionen könnten samt ihrer Zuschüsse ins Denkmal ziehen. HILDEN. Die unendliche Bahnhofsgeschichte bekommt nach NRZ-Informationen ein Kapitel mehr: Im Ältestenrat aufgeschlagen, sollen es die Fraktionen bis Ende August zuende bringen, so oder so. Daran, dass das marode Denkmal ohne öffentliches Geld jemals wieder auf die Beine kommt, glaubt kaum noch jemand. Doch während eine Mehrheit der FDP und die Bürgeraktion entschlossen scheinen, einem Investor die Bahnhofssanierung mit 550 000 zu vergolden, falls genügend Bürger das begehren, dürfen sich alle Ratsparteien nun den Kopfe über eine andere Variante zerbrechen: Gemeinsam könnten die Fraktionen selbst als “Ankermieter” im Sanierungsobjekt Bahnhof fungieren und einem Investor damit den Weg ebnen. Rund 30 000 Euro gibt die Stadt jährlich an Zuschüssen allein für die Büros der sechs Ratsfraktionen aus. Zögen sie in den Bahnhof, gäbe es für einen Investor eine Mietgarantie in gleicher Höhe, ohne dass die Stadt einen zusätzlichen Euro ausgeben müsste. Und die Fraktionen sind keineswegs die einzigen Organisationen mit städtisch subventionierten Geschäftsstellen. Hinzu kommt die geplante Fahrradstation, die ohne öffentliche Finanzspritze ebenfalls nicht lebensfähig wäre. Ob langfristig garantierte fünstellige Mieteinnahmen – im Gespäch sind 50 000 Euro – reichen, um einen Investor zu gewinnen, muss sich zeigen. zuerst aber müssen die Fraktionen Farbe bekennen. 14.07.2005 SIMONE KOPS

Fakten zu einer 100 Jahre alten Buche

Kennen Sie alle Fakten, die FÜR den Erhalt einer 100 Jahre alten Buche sprechen? Wenn nicht, dann seien Sie gefasst und lesen Sie weiter.(So viel sei schon verraten: Wir haben zum Taschenrechner gegriffen, es hat letzten Endes auch etwas mit Grünausgleich, viel Arbeit und Vermeidung immenser Kosten zu tun…) … .. . Diese etwa 100 Jahre alte Buche sollten Sie sich etwa 20 m hoch und mit etwa 12 m Kronendurchmesser vor- stellen. Mit ihren 60.000 BIättern verzehnfacht sie ihre 120 qm Standfläche auf etwa 1200 qm Blattfläche. Durch die Lufträume des Schwammgewebes entsteht eine Zell- oberfläche für den Gasaustausch von etwa 15.000 qm, also zwei Fuß- ballfeldern ! 9.400 Liter = 18 kg Kohlendioxid verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag. Das ist der durchschnittliche Kohlendioxidabfall von zweieinhalb Einfamilienhäusern. Bei einem Gehalt von 0,03% Kohlendioxid in der Luft müssen etwa 36.000 cbm Luft durch diese BIätter strömen mitsamt den enthaltenen Bakterien, Pilzsporen, Staub und anderen schädlichen Stoffen, die dabei größtenteils im Blatt hängen bleiben. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn etwa 400 Liter Wasser verbraucht und verdunstet der Baum an demselben Tag. Die 13 kg Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Photosynthese als Abfallprodukt gebildet werden, decken den Bedarf von etwa 10 Menschen. Für sich produziert der Baum an diesem Tag 12 kg Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus einem anderen baut er sein neues Holz. Wenn nun der Baum gefällt wird z.B. als Ergebnis einer Einigung zwischen einer Erben- gemeinschaft, der Stadt Hilden und der Bezirksregierung oder gerade dort ein Geräte- schuppen auf- gestellt werden soll, so müßte man etwa 2.000 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von 1 cbm pflanzen, wollte man ihn vollwertig ersetzen. Die Kosten dafür dürften etwa 127.177,- EUR betragen!

Die Wiederhold-Buche

Dies ist die rote Blutbuche an &quot Us-Ellens&quot rotem Häuschen: Diese ausgewachsene Buche produziert im belaubten Zustand den lebensnotwendigen Sauerstoffbedarf für 64 Menschen. Ferner filtert sie jährlich eine Tonne Staub aus der Luft, wofür zum Vergleich 30.000 Quadratmeter Wiese erforderlich sind. Sie sorgt im Sommer für angenehme Frische und Schatten und mindert den Straßenlärm. Sie macht dies 24 Stunden am Tag, auch neben Ausfallstraßen und u.a. in einem Stadtteil Hildens, der nicht von einer Vielzahl großer Bäume gesegnet ist. Um das Leistungsvermögen einer solchen Buche zu erreichen, müssten etwa 2.000 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von 1 cbm gepflanzt werden. Deshalb ist jeder gesund erhaltene Baum ein großer Gewinn für das lokale Klima. Dieser Baum ist zudem ein wichtiges Stück Natur und ungemein ortsbildprägend seit über 100 Jahren.&nbsp Aber der Bezirksregierung, der Erbengemeinschaft und der Stadt Hilden ist dies, gelinde gesagt, ziemlich schnuppe… Die Bezirksregierung Düsseldorf teilt Ihnen, liebe Hildener/innen, daher u.a. in Ihrer Pressemitteilung vom 28.06.2005 mit: &quot Der Verlust der ortsbildprägenden Buche wird zwar bedauert, aber andererseits waren baurechtliche Belange der Eigentümerin und die Planungshoheit der Stadt Hilden zu berücksichtigen. Aufgrund der Position des Baumes unmittelbar an der Straße lässt sich die Bauabsicht ohne ihre Fällung nicht realisieren. Durch den Erhalt der Bäume im hinteren Bereich konnte der Schutzzweck, eine kleinklimatisch günstige Situation und Lebensraum für Insekten und Vögel zu erhalten, in erheblichem Umfang gewährleistet werden.&quot In pythagoräischer Philosophie und Frömmigkeit stört somit (endlich?) keine Baumschutzsatzung und kümmert kein Bundesnaturschutz- oder Landschaftsgesetz: &quot Die Luft um die Erde herum sei festgelagert und ungesund, und alles in ihr sei vergänglich.&quot In diesem Sinne wird Baurecht zum Selbstzweck und lokal zum Leitspruch… Fertig und Aus.