Kategorie-Archiv:Lokales

Schulplätze

Die neue Kita in einem der Schulgebäude auf dem Gelände der Theodor-Heuss-Schule wird demnächst komplett eröffnet. Die noch vorhandenen Gebäude sollen nach dem Willen einiger Parteien abgerissen und dann in Wohnraum umgewandelt werden.

Die Albert-Schweitzer-Schule wurde bereits 2009 aufgegeben. Das gesamte Gelände soll für Wohnraum – besonders auch für junge Familien – genutzt werden. Letzten Monat wurde der Abriss der Albert-Schweizer-Hauptschule beschlossen.

In Hilden wird Schulraum vernichtet, der wahrscheinlich in den kommenden Jahren fehlen wird!

In vielen Städten zeigt sich dieses Jahr nach den Sommerferien ein Problem das seit längerer Zeit absehbar war. Viele Schulkinder finden keinen Platz in weiterführenden Schulen in der Nähe des Wohnorts. Für viele bedeutet das lange Schulwege.

In Köln mussten 159 Kinder von der Stadt auf von Eltern und Kindern nicht gewünschte Schulen umverteilt werden. Oftmals gab es nicht nur Absagen von der Schule der ersten Wahl, sondern auch von der der zweiten und dritten Wahl.

In Frankfurt ist die Zahl der Schüler, die nicht in ihrer Umgebung zur Schule gehen können, sogar noch höher. Insgesamt hat das Staatliche Schulamt 544 Kindern einen Platz zuweisen müssen, oft auch in Schulen die sowohl von Eltern als auch Kindern abgelehnt wurden.

In Bochum hat sich sogar der Stadtverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft an einem offenen Brief des Bochumer „Forum für Antirassismus und Kultur e.V.“ an die Verwaltung beteiligt. In dem Brief werden die fehlenden Schulplätze, der Lehrermangel und das Fehlen von Klassenzimmern beklagt.

In Berlin gibt es eine Prognose der Senatsbildungsverwaltung, die davon ausgeht, dass im Jahr 2021 rund 18.000 Schulplätze fehlen werden.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die Zahl der Schüler deutlich ansteigen wird. Die Studie prognostiziert für 2025 eine Schülerzahl von 8,3 Millionen, das zuständige Ministerium geht nur von 7,2 Millionen Schülern aus. Es fehlen laut Bertelsmann Stiftung in Grundschulen – entsprechend zeitversetzt dann auch in weiterführenden Schulen – Lehrer und Klassenzimmer.

Die in Hilden öffentlich zur Verfügung stehenden Zahlen sind aus dem Jahr 2013 und damit aus heutiger Sicht so veraltet, dass damit keine vernünftigen Prognosen zu erstellen sind.
Weder der gesellschaftlichen Änderung hin zu mehr Kindern noch der Zuwachs durch Flüchtlinge sind in den veralteten Zahlen enthalten.

Für eine seriöse, vernünftige Planung müssen  in Hilden neue und aktuelle Zahlen auf den Tisch.

An der dringend benötigte zusätzliche KITA lässt doch schon erkennen, dass auch Hilden sich die Vernichtung von Schulräumen nicht erlauben kann…

Mit Blick auf die Studie der Bertelsmann Stiftung und den Zahlen und Prognosen aus dem Bundesgebiet, stellt sich die Frage, ob es nicht zu kurz gedacht ist, alte Schulgebäude abzureißen und aus den freien Flächen Bauland zu gewinnen – gerne dann für Familien mit Kindern…

Wo sollen die Kinder der neuen Kita auf dem Gelände der Theodor-Heuss-Schule später einmal zu Schule gehen?

Beethovenstraße: Investor will Bauantrag zu neuem Nahversorgungszentrum im November stellen.

Mieter können sich auf die Kündigung einstellen – natürlich völlig ohne Zeitdruck. Wohnungen in diesem Preissegment scheint es ja in Hilden reichlich zu geben…

Die Inhaber der noch vorhandenen Geschäfte können sich schon auf den Ruhestand freuen…

EDEKA-Kuhland freut sich darauf, endlich Konkurrenz in unmittelbarer Nähe zu bekommen…

Geradezu höhnisch die Aussage der Verwaltung:

Zitat RP: „Das Projekt diene der langfristigen Sicherung der örtlichen Nahversorgung und der Schaffung von Wohnraum. Ebenso würden wichtige gesellschaftliche Grundfunktionen für die gesamte Nordstadt erhalten.“

Merke: Wohnraum wird geschaffen durch Vernichtung von Wohnraum, Nahversorgung entsteht durch Vernichtung von Nahversorgung und gesellschaftliche Grundfunktionen entstehen durch Vernichtung sozialer Strukturen…

Und das alles, weil von gut 2 Jahren ALLE die Brisanz des Bebauungsplans völlig unterschätzt haben.
Lesen Sie hier den Artikel der RP vom 11.08.2017: Neubau wertet Beethovenstraße auf

Haupt-und Finanzausschuss 28.06.2017

Neugier befriedigt – jetzt lassen wir Sie teilhaben:
Pläne zur Bebauung Schalbruch / Meide / Westring jetzt erst mal endgültig vom Tisch:
CDU blieb auch nach der NRW-Wahl bei der Ablehnung!

Für Beethovenstraße 35-43 bleibt der 2015 EINSTIMMIG beschlossene Bebauungsplan 32B ohne Veränderung/Nachbesserung/Aufschub voll in Kraft.
Alle – auch wir von MUT – haben 2015 die Brisanz des B-Plans völlig unterschätzt.

Jetzt ist es zu spät! Da nutzt auch kein Wehklagen und kein Versuch der Heilung mehr etwas. Der Investor wird durchsetzen, was der Hildener Stadtrat ihm als Geschenk unterbreitet hat…

Mittwoch 28.06.2017 ab 17:00 Uhr

Haupt- und Finanzausschuss u.A. mit den Themen
Anregungen nach § 24 GO zum Bebauungsplan Nr. 32B für den Bereich Beethovenstraße 35-43/Johann-Sebastian-Bach-Straße

Anregung nach § 24 GO zur Sitzungsvorlage WP 14-20 SV 61/104 „Entwicklungskonzept: Preisgünstiger Wohnraum in Hilden“ Fläche 5.5 Schalbruch / Meide / Westring

Da sind wir sehr gespannt, ob die CDU auch nach der Landtagswahl bei ihrer Meinung bleibt und die Bebauung der landwirtschaftlich genutzten Fläche ablehnt…

Hier der Link zur Tagesordnung

Hilden, eine waldreiche Stadt?!

Wenn es in Hilden darum geht, dass mal wieder eine Freifläche zugebaut wird kommt immer das Argument: „Hilden sei eine waldreiche Stadt.“  Aber was bedeutet das eigentlich genau?

Hilden wird gerne mit Düsseldorf verglichen. Da die beiden Städte eine ähnliche Siedlungsdichte aufweisen, sind hier mal die groben Zahlen für die beiden Städte.

Hilden hat laut Statistischem Jahrbuch 2013 (eine neueres gibt es nicht) eine Waldfläche von 6.357.431 m² bzw. 635,7 ha, dass entspricht 24,50 % des Stadtgebiets (dank des zweckgebundenen Vermächtnisses des Stadtwalds). Es werden im Statistischen Jahrbuch zwei Mal Erholungsflächen ausgewiesen. Einmal unter Gebäude- und Freifläche hier 146.033 m² und einmal gesondert als Erholungsfläche hier 1.452.717 m² bzw. 145 ha 5,60 % wobei Grünanlagen mit 1.154.296 m² den Großteil dieser ausmachen. Grünanlagen umfassen sowohl private als auch öffentliche Grünanlagen.

Düsseldorf hat eine Waldfläche von 2514,68 ha, das entspricht 11,57% des Stadtgebiets. Erholungsfläche ist mit 112,01 ha  0,52 % und Freifläche  293,58 ha 1,35% der Stadtfläche, sowie Grünanlage von 1 331,30 ha 6,12%  ausgewiesen.

Über die Vergleichbarkeit lässt sich streiten, da die beiden Städte ihre Flächen unterschiedlich deklarieren, aber es geht mir nur um einen groben Vergleich der beiden Städte.

Schaut man sich jedoch die Zahlen an kann man sagen, dass Hilden prozentual mehr Wald als Düsseldorf hat.

Allerdings hat Düsseldorf in absoluten Zahlen fast eine viermal so große Waldfläche wie Hilden. Und dabei hat Düsseldorf einen höheren Anteil an Grün-, Frei- und Erholungsflächen sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen.

Ein Vergleich mit den Städten des Kreises Mettmann ist leider nicht wirklich vielversprechend, da die Deklaration der verschiedenen Flächen je Stadt anders ist oder sich keine entsprechenden Zahlen finden lassen.

Bebauung im Bereich Beethovenstr./Zelterstr./Johann-Sebastian-Bach-Str.

Dem Nahversorgungszentrum im Bereich Beethovenstr./Zelterstr./Johann-Sebastian-Bach-Str. steht, wenn sich Grundstückseigner und Investor einigen, eine radikale Veränderung bevor.

Der gültige Bebauungsplan Nr. 32 B sieht vor, dass die derzeit 1 geschossigen Gebäude durch bis zu 4 geschossige Gebäude ersetzt werden.

Der derzeitige Bebauungsplan wurde im Jahr 2015 einstimmig von allen im Rat vertretenen Parteien beschlossen.

Jetzt, da betroffene Bewohner und Gewerbetreibende protestieren, hat sich die SPD entschlossen, einen Antrag auf Veränderungssperre zu stellen. Die Verwaltung empfahl in ihrer Stellungnahme ein ablehnen des Antrags. Am 5.04.2017 wurde der Antrag im Stadtentwicklungsausschuss abgelehnt.

Im Jahr 2015 wurde, als der Bebauungsplan geändert wurde, ein Bürgerinformationsabend abgehalten, um über die Veränderungen zu informieren. Trotzdem fühlen sich heute die Bürger von der Politik im Stich gelassen.